Details & Kommentare
Goldheart
Timothy Duncan
18. Mär. 03 English
H3 - Restoration of Erathia Extragross (XL) + U
1/4 9355
9.0   (2 Bewertungen)

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Kommentare
Nitro
23. Nov. 08
also ich muss sagen dass die heroes spielen möchte und nicht die ganze zeit so ne beschissene story zu lesen die mich eh nciht interessiert. sry aber die map is nicht mehr als ein reinfall!!!
Tobius
07. Mär. 08
User
9
EIN MEISTERWERK!


Eines Tages mitten in der Wüste des Königreiches Aryth: Ein Verwundeter liegt im gleißend hellen Sand, hat keine Erinnerung, weiß weder wie er hier her gekommen noch wer er selbst eigentlich ist. Er hört Stimmen. In der Wüste. Ist er Wahnsinnig geworden? Da tritt eine dunkle Gestalt auf ihn zu; Koltair sein Name wie man später erfahren wird und Angehöriger eines der Nomadenstämme aus dem Süden. Er will Apro Mort fortbringen, denn so werden die Fremden genannt, die ohne Erinnerung in der Wüste erwachen. Seinen tatsächlichen Namen weiß er noch nicht. Ein Brief führt Apro Mort schließlich in die benachbarte Provinz Erlos, wo die Suche nach seiner wahrer Identität ihren Anfang nimmt.

So beginnt für den Spieler und den namenlosen Helden, der seine Identität vergessen hat, die Reise in "Gold Heart", einer der besten Karten, die je erschaffen wurden, und mit Sicherheit bei vielen Spielern ganz oben auf der Liste der Lieblingskarten zu finden sein wird. Timothy Duncan hat hier ein Werk abgeliefert, dass in so gut wie allen Belangen auch höchsten Ansprüchen genügt und selbst hohe Erwartungen noch übertreffen kann, denn diese Karte überrascht mit ungeheurer Innovationslust. Die nimmt schon ihren Anfang in der neu eingeführten Person des "Erzählers". Es verwundert eigentlich, dass dies nicht auch in späteren Karten, die nach Gold Heart erstellt wurden, wiederzufinden war. Bei Duncans Erzähler handelt es sich um einen autonomen Helden im Spiel, dessen einzige aber gewichtige Aufgabe es ist, die Story nach und nach immer weiter zu erzählen, und den Schleier der Rätsel über Apro Morts Identität nach und nach zu lüften. Mit dieser so einfachen wie genialen Idee konnte Duncan das Problem lösen, vor das ihn Restoration of Erathia stellte, und an dem viele Autoren zuvor gescheitert waren, denn der Text je Ereignis war damals noch begrenzt, und durch die Einführung eines Erzählers wurde dieses Problem der stark beschnittenen Texte so auf schlicht geniale Weise gelöst. Insgesamt wird die Geschichte in zehn Kapiteln erzählt. Der Erzähler erhält den Hinweis ins nächste Kapitel fortzuschreiten, und somit setzt der Spieler den Erzähler in Bewegung und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Dadurch, dass der Text je Ereignis jedoch begrenzt bleibt, muss sich der Spieler in manchen Kapiteln durch über ein Dutzend einzelner Textfelder lesen, was zuweilen etwas den Fluss nehmen kann, aber letztendlich nur einen unbedeutenden Makel darstellt, der nicht weiter ins Gewicht fällt, denn die Story ist sehr gut erzählt, so dass man schlichtweg weiterlesen muss. Man merkt unweigerlich das Duncan einige Zeit in die Entwicklung der Story gesteckt hat, da die gesamte Karte, jeder einzelne Kampf von ihr voran getrieben wird. Andere Karten verblassen angesichts der Atmosphäre, die Duncan in "Gold Heart" aufbaut, was nicht zu letzt auf die famose Story zurückzuführen ist. Man braucht jedoch keine Angst zu haben, dass man vielleicht den Hinweis verpasst, wann das nächste Kapitel gelesen werden soll, und somit die gesamte Story ins Wanken käme, denn die Ereignisse mit den zugehörigen Hinweisen kann man eigentlich nicht umgehen, weshalb Befürchtungen in diese Richtung völlig unbegründet sind.

Das Ziel Duncans war es also offensichtlich eine stark storybasierte Karte zu erstellen, was in der RoE-Zeit noch fast undenkbar gewesen ist, wurden doch zu meist nur einfältige Mehrspieler-Metzel-Karten erstellt, von denen sich Duncan mit dieser Karte jedoch klar distanziert, denn so sind die Kämpfe zwar von Bedeutung für das erfolgreiche Spielen dieser Karte, doch nehmen sie keineswegs die Hauptrolle ein. Die gehört unumstritten der Story, und das ist auch gut so, denn selten hat man das Vergnügen eine solch spannende Karte zu spielen, da sich Kämpfe nach und nach abnutzen, eine Story sich aber immer weiter entwickelt. Allerdings muss ich anmerken, dass diese klare Ausrichtung auf die Story bei "Gold Heart" auch dazu geführt hat, dass der Schwierigkeitsgrad der Karte in den Keller geht. Ich habe die "Expert Dificulty" der Karte gespielt, also die schwerere Version der Karte, die leichtere "Normal Difficulty" habe ich auch nirgends mehr finden können, aber dennoch waren die Kämpfe keine besondere Herausforderung. In der ReadMe wird zwar davor gewarnt zu Beginn zu lange herumzutrödeln, da der Computergegner dann möglicherweise zu stark würde, aber davon habe ich nichts gemerkt. Nachdem der erste Computergegner dann besiegt ist, bricht der Schwierigkeitsgrad völlig ein, was den Gesamteindruck ein wenig trübt, aber noch verzeihlich ist, da es sich schließlich um eine Story-Karte handelt und nicht um eine Metzel-Karte. Das soll jedoch nicht heißen, die Karte wäre viel zu einfach, denn das ist schlichtweg falsch. Das erste Drittel der Karte, in der Apro Mort versucht in die Provinz Erlos zu gelangen, besteht vollständig aus taktischen Kämpfen mit nur einer Handvoll Einheiten, mit denen Sie manche Kämpfe gar nicht erst anzustreben zu brauchen, da zu hohe Verluste zu beklagen wäre. Hält man sich also an die Empfehlung des Autors, und sucht sich ohne große Zeitverluste den Weg nach Erlos, sollten man keine Probleme mit dem Schwierigkeitsgrad haben.

Der etwas zu niedrige Schwierigkeitsgrad hat jedoch keine Auswirkung auf die Komplexität bzw. Spieltiefe der Karte, denn diese wird durch die umfangreiche Story, die sehr geschickte Konzeption der Karte und ein paar kniffliger Rätsel mehr als nur gewährleistet. Bei "Gold Heart" muss man sich wahrlich keine Sorgen machen, dass die Karte zu "flach" wäre, denn nach dem Spielen wird man die Karte nicht so schnell vergessen, wie es allen Meisterwerken eigen ist.

Ein Punkt bleibt jedoch noch, der den meisten RoE-Karten zum Verhängnis wird: die optische Gestaltung. Nun, man kann Duncan nicht vorwerfen, er habe sich nicht ausreichend, um eine schöne Gestaltung bemüht, denn dies wäre nahezu eine Beleidigung für "Gold Heart". Nein, ganz im Gegenteil. Die Karte ist überdurchschnittlich gut gestaltet. Die gesamte Spielwelt wirkt außerordentlich stimmig und glaubwürdig. Alles wirkt wie aus einem Guss, als ob es im Königreich Aryth tatsächlich so aussähe. Der Detailgrad ist hoch, jedoch könnte er an manchen Stellen noch etwas höher sein. Das ist allerdings nicht das Problem. Es fehlt der Karte schlicht an Vielfalt. Die Spielwelt wirkt insgesamt etwas eintönig, was aber sicher zu großen Teilen auch daran liegt, dass es in RoE schlicht noch nicht genügend Möglichkeiten zur abwechslungsreichen Gestaltung gab, was jedoch nichts beschönigen soll, denn wunderschön ist "Gold Heart" leider nicht geworden. Aber das muss die Karte auch gar nicht, denn sie hat mehr als genügend andere Qualitäten, die so herausragend sind, dass die leichten Mängel in der optischen Gestaltung ohne große Anstrengungen vernachlässigt werden können.

Nachdem die Stunden mit dieser Karte schließlich wie im Fluge vergangen sind und der Siegesbildschirm auf dem Monitor erstrahlt, ist man ein wenig schockiert. Was, schon vorbei? Gerne hätte man noch länger in diesem Spielerlebnis geschwelgt, doch alle guten Dinge finden schließlich mal ein Ende und so bleibt man die nächste Zeit nach "Gold Heart" ein wenig verstört zurück. Mir erging es so, dass ich erst einmal keine neue Karte spielen konnte. Zu tief war ich mit Apro Mort ins Königreich Aryth eingetaucht, zu sehr hatte mich die Atmosphäre gefangen genommen, so dass ich mich weder befreien konnte noch wollte. Allerdings bleiben nach dem Gewinn der Karte noch einige Fragen bezüglich der Story offen. Der Heroes III Editor bietet leider nicht die Möglichkeit eines Epilogs, sodass sich Duncan auch hier behelfen musste. Er schrieb den Epilog also kurzerhand in eine sehr umfangreiche Textdatei, welche der Karte beigelegt ist, und unbedingt erst nach dem erfolgreichen Spielen der Karte gelesen werden darf. Insgesamt ist der Epilog vielleicht ein wenig zu lang, dafür aber nicht minder spannend, und nimmt am Ende eine Wendung, die der gesamten Story und dem Zitat, mit dem "Gold Heart" eingeleitet wird, noch einmal eine völlig neue Bedeutung verleiht.

"In Everyone, Young or Old,
Lives a Demon, Made of Gold."
-Arythian Nursury Rhyme

So lehnt man sich nach unzähligen spannenden Stunden voller Abenteuer und Überraschungen glücklich und zufrieden in seinem Sessel zurück, erfüllt von dem wunderbaren Wissen, gerade eine der besten Heroes III Karten aller Zeiten gespielt zu haben. Dieses Gefühl will man nicht mehr missen.

Also, spielen Sie diese Karte und holen sie sich Ihre Satisfaktion mit "Gold Heart"!

Gruß
Tobius
Björn
11. Jun. 04
gute story
aber zu einfach
Abbadon impact
25. Mai 04
User
Eine perfekte Single-Karte. Wirklich sehr gut ausgearbeitet und die Story ist gut überlegt!

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